Im Jahr 2009 begann Sina Degen ihr BWL Studium an der HTWG in Konstanz – heute ist sie Inhaberin eines eigenen Unternehmens.

Ehrgeizig und zielstrebig. Mit diesen zwei Eigenschaften lässt sich Sinas Persönlichkeit zutreffend beschreiben. Und genau diese zwei Charaktereigenschaften spiegeln sich auch in ihrem Werdegang wider.

Da es mit dem BWL Studium an ihrer bevorzugten Uni, der Zeppelin Universität in Friedrichshafen nicht klappte, entschied sie sich kurzerhand und sehr spontan dazu, das Studium an der HTWG anzutreten. Eine eigene Wohnung oder eine WG kamen für die „waschechte Konstanzerin“ nicht in Frage. „Wenn ich schon in meiner Heimatstadt studiere, dann kann ich auch daheim wohnen.“ Sina stellte sich jedoch eine einzige Bedingung: „Da ich weder zur Miete wohnte noch sonstige Verpflichtungen hatte, wollte ich diese Ungebundenheit nutzen und so oft es geht ins Ausland gehen.“

Ihre Zielstrebigkeit und ihr Ehrgeiz führten Sina bereits im dritten Semester als „Freemover“ nach Buenos Aires, Argentinien. 

„Ich habe den frühestmöglichen Zeitpunkt gesucht und ihn sofort genutzt. Zack, boom und ich war weg.“

In Buenos Aires ging Sina 7 Monate zur Universidad Católica Argentinia. Aus dem Schwärmen für Argentinien kam Sina bei unserem Interview gar nicht mehr heraus. Neben der vielfältigen Großstadt und der Leichtigkeit der Argentinier faszinierte sie vor allem auch das gute Essen. So ein Auslandssemester würde Sina jedem ans Herz legen. Nicht nur weil es im Ausland oft tolles Essen gibt, sondern auch, so Sina, weil die kulturellen Erfahrungen einen persönlich bereichern. An diese Zeit erinnert sie sich am liebsten zurück.

Buenos Aires war jedoch erst der Anfang. Nach ihrem Pflichtpraktikum im fünften Semester bei Daimler in Stuttgart zog es die Konstanzerin wieder ins Ausland. In Vietnam baute sie bei Mercedes Benz innerhalb von fünf Monaten eine Compliance Abteilung auf und hatte damit großen Erfolg. Die fünf Monate waren jedoch noch nicht genug und so flog sie danach weiter nach Bangkok, wo sie drei Monate eine Summer School besuchte.

„Frau Bethge hat mir bei all meinen verrückten Ideen den Rücken freigehalten und mich immer unterstützt.“

Dank der Konstanzer BWL konnte Sina ihre Ziele, die sie sich zu Beginn ihres Studiums setzte, erreichen. Hierbei spielte vor allem Frau Bethge – zu der sie immer noch in engem Kontakt steht – eine besondere Rolle. „Sie hat mir bei all meinen verrückten Ideen den Rücken freigehalten und mich immer unterstützt.“
Einen bleibenden Eindruck hat auch Prof. Dr. Bernd Richter „mit seinen Rosen“ bei ihr hinterlassen. In seiner Lehrveranstaltung „Ökonomisches Denken“ im ersten Semester, verteilt Herr Richter traditionsgemäß an jeden Studenten eine Rose. Laut Herrn Richter ist die Rose das Sinnbild dafür, dass die Realität immer eine subjektive Wahrnehmung ist. Ein Moment, den Sina nie vergessen wird. 
Was die Anwendung des erlernten Wissens angeht, zeigt sie sich jedoch ernüchternd. „Bis zum Vergasen haben wir das Zeug damals gelernt und außer „Soll an Haben“ weiß ich heute nicht mehr viel davon.“ Trotzdem würde sich Sina immer wieder für die HTWG entscheiden.

„Eine gute Freundin zeigte mir, dass meine Zukunft direkt vor der Tür liegt.“

Kommen wir zu einem weiteren wichtigen Punkt in Sina’s Werdegang: Ihr Beruf.

Sina hat sich ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht. „In der Bootsbranche bin ich aufgewachsen. Bereits mit 3 Jahren war ich mit meinen Eltern oder auch mit Oma und Opa regelmäßig auf unserem Boot. Ich weiß alles über Boote“
Doch auf die Idee, ihre Leidenschaft zum Beruf zu machen, kam Sina nur durch eine gute Freundin. „Sie zeigte mir, dass meine Zukunft direkt vor der Tür liegt.“

Sinas Vater gehört der Servicebetrieb Polywerft Konstanz. Als Kooperationspartner vom BootCenter Konstanz bekam Sina daher eine Stelle als Bootsverkäuferin. Gleichzeitig fing sie mit ihrem berufsbegleiteten Master in Chur in der Schweiz an. Drei Tage verbrachte sie in Chur und die weiteren Tage arbeitete sie im BootCenter.

Stressig? Nicht für Sina. Sie ging in ihrem neuen Job so richtig auf und erkannte schnell, dass hier ihre Zukunft liegt.

„Über die Idee mich selbständig zu machen habe ich nie nachgedacht, aber als ich dann im BootCenter Konstanz anfing, war es klar, dass es irgendwann darauf hinauslaufen wird.“

Um mehr Verantwortung zu übernehmen wurde Sina bereits nach einem Jahr zur Geschäftsführerin. Unregelmäßige Arbeitszeiten und das mit einer Selbständigkeit verbundene Risiko hielten Sina nicht davon ab, den nächsten Schritt zu wagen. Mit Abgabe ihrer Masterarbeit kaufte sie das BootCenter Konstanz und übernahm damit die Verantwortung für mehrere langjährige Mitarbeiter.

Diese Entscheidung zählt Sina heute zu einer ihrer besten Entscheidungen. „Ich könnte mir keinen anderen, besseren Job vorstellen. Das was ich mache, macht mir richtig Spaß.“  Positives Kunden- oder Mitarbeiterfeedback machen Sina besonders stolz und zeigen ihr, dass sie alles richtig gemacht hat.

Sinas ultimativer Tipp an alle Studierenden:

„Nehmt euch Zeit, probiert aus und macht nicht zu viel auf einmal.“

Sina Degen. Durchaus eine starke Frau, die man sich zum Vorbild nehmen kann.